Diese Meldung ist in den folgenden Sprachen verfügbar:

FA 09 Prima Klima

Die Luft ist aus der Branche noch längst nicht raus. Im Gegenteil, es gibt viel zu tun. Und die Lüftungs- und Klimabranche packt’s an. Großprojekte wie der Flughafenausbau von Dubai oder die U-Bahn-Erweiterung in Istanbul sorgen allseits für ein prima Klima – natürlich auch bei der Armaturenbranche.

Lüftungs- und Klimatechnik ist fast allgegenwärtig, meist aber für deren Nutznießer kaum wahrnehmbar. Wobei dieser Technologie mehr Aufmerksamkeit gebührt. Denn sie ist immer dann gefragt, wenn Luft innerhalb eines Gebäudes hinsichtlich Temperatur, Staubbelastung und Feuchte zu konditionieren ist. Armaturen und Antriebe tragen bei der Lüftungs- und Klimatechnik zu Frischluft und Klimatisierung bei. Doch sie können noch viel mehr.

Katastrophen verhindern
Zum Beispiel Leben retten. Nur ein funktionierender Feuerschutz verhindert Katastrophen. Andernfalls würde sich lebensgefährlicher Rauch beispielsweise in den Schächten einer U-Bahn ausbreiten. Luftklappen lassen den gefährlichen Qualm abziehen. Um sie in Bewegung zu setzen, werden Antriebe benötigt. Ein Großauftrag von mehreren hundert Antrieben für die Erweiterung des Istanbuler U-Bahnnetzes ging nun an Rotork. Für den Feuerschutz in den neuen Tunneln wurden über den Klappenhersteller Elektroteknik Klima Sanayi ve Ticaret Scotch-Yoke-Antriebe von Rotork geordert. Wichtige Kriterien für die Wahl der pneumatischen Antriebe waren – laut britischem Hersteller–, dass sie schnell schließen, wartungsarm und langlebig sind sowie ein kompaktes Design haben.

Mit Blick auf die hohen Feuerschutzanforderungen mussten die Antriebe zusätzlich getestet werden. In nur 20 Sekunden hatten sie einen Temperaturanstieg von minus 5˚ C auf plus 250˚ C zu bestehen. Für eine Stunde konnte außerdem ein zuverlässiger Betrieb bei maximaler Temperatur ohne Luftaustritt nachgewiesen werden.

Ausbau des Metronetzes
Bei der Erweiterung des Metronetzes Istanbuls handelt es sich um ein ambitioniertes Projekt. Das 141 Kilometer lange U- und S-Bahnnetz soll bis 2019 um 156,8 Kilometer verlängert werden. Hierbei entstehen neue U-Bahnlinien auf der asiatischen und europäischen Seite. „Die Kosten für die Projekte werden auf knapp 8,6 Milliarden US-Dollar veranschlagt“, berichtet Germany Trade & Invest (GTAI).

Ein wichtiger Mosaikstein des Metroausbaus ist die Errichtung eines dreistöckigen Unterwassertunnels unter dem Bosporus. „Die mittlere Etage des Tunnels ist für den S-/U-Bahnverkehr vorgesehen“, erläutert GTAI.

Ziel des Metroausbaus in Istanbul ist es, die Stauzeiten auf den Straßen zu verringern. „Jährlich kommen etwa 250.000 Fahrzeuge zusätzlich auf die Straßen der Stadt“, so GTAI. Täglich verbrächten Millionen von Menschen mehrere Stunden auf dem Weg zwischen ihrer Wohnung und dem Arbeitsplatz im Stau. „Dies führt zu großen wirtschaftlichen Verlusten, verstärkter Umweltverschmutzung und höherem Energieverbrauch.“

Erweiterung von Flughäfen
Außerdem entsteht ein neuer, dritter Flughafen in Istanbul, der nördlich des bestehenden Airports an der Schwarzmeerküste errichtet werden soll. Nach Fertigstellung würde er mit einer Abfertigung von bis zu 150 Millionen Passagieren zu den größten Flughäfen der Welt gehören. Für 2017 ist die Eröffnung des Flughafens geplant, bis 2020 soll er komplett fertig sein.

Aber nicht nur für Lüftungen und Klimaanlagen beim neuen Istanbuler Flughafen winken den Armaturen- und Antriebsherstellern lukrative Aufträge. Agromatic, Hersteller von Scheibenventilen, Kugelhähnen und Sitzventilen, nennt als ein bedeutsames Großprojekt auch den Flughafenbau in Dubai. Über 25 Milliarden Euro werden in die Erweiterung des Al-Maktum-Airports investiert. Vermutlich noch in den 2020er Jahren sollen in dem dann größten Flughafen der Welt jährlich bis zu 200 Millionen Passagiere abgefertigt werden. Auch hier heben die Ventilhersteller auftragsmäßig zu neuen Höhenflügen ab.

Ein stabiles Wachstum
Der vielleicht nicht ganz so spektakuläre, jedoch profitable Alltag ist vor allem geprägt von der Ausstattung von Wohn- und Nichtwohngebäuden. „Insgesamt verzeichnet die Branche der Technischen Gebäudeausrüstung inklusive der Klima- und Lüftungstechnik über die vergangenen Jahre ein stabiles Wachstum“, bilanziert Günther Merz, Geschäftsführer des deutschen Fachverbandes Gebäude – Klima e.V. Ein Haupttreiber hierfür seien insbesondere die gestiegenen Energieeffizienzanforderungen an Wohn- und Nichtwohngebäude sowie die Nachfrage nach entsprechenden Lösungen. „Klima- und Lüftungstechnik schlägt in zunehmend luftdichten Gebäuden die Brücke zwischen Energieeffizienz, Behaglichkeit und Bautenschutz und kann diese Nachfrage deshalb hervorragend bedienen.“

Zunehmend effizientere Lösungen
Auch die Branche für Klima- und Lüftungstechnik muss die Hand am Puls der Zeit haben, wenn sie erfolgreich sein will. „Der Trend geht, auch aufgrund der Vorgaben des Gesetzgebers, zu immer effizienteren Lösungen. Dadurch kommen immer energieeffizientere Systeme und Komponenten zum Einsatz, was man beispielsweise bei den Wärmerückgewinnungssystemen, Ventilatoren oder Filtern  beobachten kann“, erklärt Merz. Gleichzeitig würden verstärkt erneuerbare Energien in die Klima- und Lüftungstechnik integriert. „Solare Klimatisierung und Lüftung, geothermische Klimasysteme, indirekte Verdunstungskühlung oder freie Kühlung über Wassersysteme sind dafür nur einige Beispiele.“ Hinzu komme die wachsende Bedeutung von Automatisierungs- und Energiemanagementsystemen.

Klappen und Antriebe
Auch die bedarfsgesteuerte Regelung gilt als eine der wichtigsten momentanen Entwicklungen mit Blick auf den energieeffizienten Betrieb von Gebäuden und gebäudetechnischen Anlagen. Merz: „Grundanforderung für die Teillastregelung von Luft-, Wärme- und Kältemedien sind deshalb funktionale Klappen, Ventile und Mengenregelungseinrichtungen, die spezifisch auf die Nutzanforderungen zugeschnitten sind.“

Aber wie sollten Armaturen idealerweise dimensioniert sein, um den Anforderungen gerecht zu werden? „Im Bereich Haustechnik kommen überwiegend Armaturengrößen von DN 15 bis DN 50 zum Einsatz, während in der Industrie Nennweiten von DN 40 bis DN 400 oder größer verbaut werden“, erläutert Ralf Sewing, Sales Manager von Agromatic. Auch die Werkstoffauswahl variiert. Messing und Rotguss werde vor allem für den Haustechnikbereich verwendet, Grauguss und Edelstähle im Industriebereich. Ferner sind höhere Drücke und Temperaturen als in der Haustechnik in der Industrie zu finden. „So hat eine Dampfleitung auch schon mal 8 Bar bei 170˚ C.“

Armaturen mit Druckentlastung
Was Armaturen für Lüftung, Klima- und Heizungsanlagen ebenfalls auszeichnet: „Zur Verminderung der erforderlichen Stellkräfte verfügen die meisten Armaturen über eine Druckentlastung. Durch diese Ausstattung sind die Stellkräfte unabhängig von betriebsbedingten Drücken und Druckänderungen“, sagt Rene Eisentraut, Technical Sales der Samson AG. Nachgefragt würden außerdem Armaturen mit geräuschoptimierten Sitz-/Kegelgarnituren. Eine robuste Konstruktion soll hohe Standzeiten gewährleisten.

Wichtig sei die Absicherung von Komponenten und Anlagen vor unzulässigen Unterdrücken, die sich durch thermisch bedingte Volumenänderungen ergäben, so Eisentraut. Hierzu seien die relevanten Armaturen mit entsprechenden Sicherheitseinrichtungen ausgestattet.

Der Kunde erwartet laut Samson eine Absicherung vor Überdruck und Übertemperatur, eine Leistungsverteilung, bedarfsgerechte Bereitstellung von Heiz-/Kühlenergie, also witterungsgeführte Regelungen, sowie einen hydraulischen Abgleich. Dabei gewährleisten Temperatur- und Druckabsicherungen einen stabilen Anlagenbetrieb und verhindern Personen- und Sachschaden. „Die Leistungsverteilung, der hydraulische Abgleich und die bedarfsgeführte Bereitstellung von Energie ermöglichen einen energieeffizienten Betrieb der Anlagen bzw. Installationen.“

Kommunikationsfähig und komfortabel
Für die Umsetzung würden Hubventile, Sicherheitsarmaturen zur thermischen Absicherung und Druckabsicherung, elektrische und elektrohydraulische Antriebe mit und ohne Sicherheitsfunktion sowie Regler ohne Hilfsenergie als Temperatur-, Druck-, Differenzdruck- und Volumenstromregler benötigt, so Samson. Energieeffizienzlösungen, kommunikationsfähige Geräte, Bedienkomfort und All-in-one-Geräte runden schließlich die Erwartungen der Anwender ab.

Private Haushalte nutzen meist ein bis drei Armaturen – hier macht die Vielzahl der Haushalte das Potenzial aus. Mehr als 50 Armaturen kommen dagegen je nach Größe eines Unternehmens zum Einsatz – für zum Beispiel Sozialräume, Büros mit hohem Glasanteil und Produktionshallen.

Erhöhter Lebensstandard
Von großer Bedeutung im Bereich Lüftung, Klima- und Heizungsanlagen sind Armaturen außerdem für Kompaktstationen bzw. Kompaktstationshersteller, Nahwärmenetze, städtische Einrichtungen, Stadtwerke, Fernwärmenetze, Flughäfen und Einkaufszentren. Der Bau neuer Immobilien, der Einsatz innovativer Technologien – etwa bei der Bedien- und Kommunikationsfähigkeit – und die Erneuerung alter Anlagen hin zu mehr Energieeffizienz heizen die Nachfrage nach Armaturen an.

Der Bedarf sei, sagt Eisentraut von Samson, beispielsweise in Staaten wie Deutschland, Frankreich, China, Russland, den Niederlanden und Polen groß.

Doch nicht nur Trends zu mehr Energieeffizienz kurbeln den Bedarf nach Anlagen für Lüftung, Heizung und Klimatisierung an. Auch das Verhalten des einzelnen schraubt die Nachfrage in luftige Höhen. Allerdings war bis vor wenigen Jahren die Klimatisierung von Räumen oder Gebäuden in Deutschland noch selten. „Durch den erhöhten Lebensstandard sind die Erwartungen an den Komfort in Wohn- und vor allem Arbeitsräumen gestiegen“, berichtet das deutsche Umwelt-Bundesamt.

Klimaschädliche Anlagen vermeiden
Die Folge ist ein steigender Energiebedarf. Allerdings sind laut Umwelt-Bundesamt die verwendeten Kältemittel der Klimaanlagen häufig äußert klimaschädlich. „Neben den indirekten CO₂-Emissionen belasten Klimaanlagen, die nach dem Kompressionsprinzip funktionieren, auch mit treibhauswirksamen Kältemittelemissionen das Klima.“ Durch Verdampfung der Kältemittel in einem geschlossenen Kreislauf wird dem Raum Wärme entzogen und mittels mechanischer Kompression und anschließender Verflüssigung bzw. Kondensation an die Umgebung abgegeben. „Das flüssige Kältemittel wird danach durch ein Drosselventil entspannt und wieder verdampft, wodurch sich der Kreis schließt.“

Daher fordert das deutsche Umwelt-Bundesamt, für das Klimatisieren noch deutlicher auf teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKW) zu verzichten, zumal HFKW-freie Systeme zur Verfügung stünden. Womit das Thema Klima und Lüftung auch eine ökologische Komponente besitzt. Wollen Unternehmen der Branche zukunftsorientiert und damit wettbewerbsfähig sein, sollte sie also getreu dem Motto „dicke Luft, nein danke“ auf Effizienz und Umweltfreundlichkeit achten. Dann gibt’s wirklich für alle ein prima Klima.

Zu sehen sind neueste Entwicklungen aus dem Bereich der Industriearmaturen auf der Valve World Expo, die vom 29. November bis 1. Dezember 2016 auf dem Düsseldorfer Messegelände stattfindet.



Ihre Ansprechpartner

Presseteam VALVE WORLD EXPO 2018

Petra Hartmann-Bresgen
(Referent)
Tel.: +49 (0)211 4560-541
Fax: +49 (0)211 4560-87541
HartmannP@messe-duesseldorf.de

Daniela Nickel
(Sachbearbeitung)
Tel.: +49 (0)211 4560-545
Fax: +49 (0)211 4560-87545
NickelD@messe-duesseldorf.de

Ulrike Osahon
(Assistenz)
Tel.: +49 (0)211 4560-992
Fax: +49 (0)211 4560-87992
OsahonU@messe-duesseldorf.de

Michael Vellen
(Referent)
Tel.: +49 (0)211 4560-990
Fax: +49 (0)211 4560-87990
VellenM@messe-duesseldorf.de

Bei Veröffentlichung freuen wir uns über ein Belegexemplar!