Die deutsche Industriearmaturenbranche ist mit deutlichem Wachstum ins Jahr 2025 gestartet. Im ersten Halbjahr legte der Umsatz um 8 % zu (preisbereinigt 4 %). Das Inlandsgeschäft stieg um 6 %, im Ausland betrug das Plus sogar 9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr rechnet der VDMA mit einem Zuwachs von rund 4 %.
„Trotz der Zollkonflikte mit den USA bleibt die Stimmung in der deutschen Industrie überraschend stabil“, kommentiert Axel Weidner, Vorsitzender des Fachverbands Armaturen und Gesellschafter der Mankenberg GmbH, die aktuelle Lage.
Das Investitionspaket der neuen Bundesregierung könnte 2026 für zusätzlichen Schub sorgen. „Noch zeigen sich einige Abnehmerbranchen wie die Chemie zurückhaltend, doch wir erwarten Impulse aus anderen Industriezweigen weltweit – insbesondere aus dem Zukunftsmarkt Wasserstoff sowie Energieerzeugung und Pharma“, betont Weidner.
Export unter Druck – China schwächelt, USA robust
Sämtliche Segmente konnten im ersten Halbjahr zulegen: Absperrarmaturen und Sicherheits- bzw. Überwachungsarmaturen jeweils um 8 %, Regelarmaturen um 6 %. Besonders im Inland deutet sich nach einem schwachen Vorjahr eine Trendwende an. Dagegen verzeichneten die Auftragseingänge insgesamt ein leichtes Minus von 1 %, einzig Regelarmaturen legten preisbereinigt zu.
Die Ausfuhren erreichten in den ersten sechs Monaten 2025 einen Wert von 2,7 Milliarden Euro und blieben damit nahezu unverändert (-0,2 %). Während die Exporte nach China deutlich um 7,7 % auf 310,8 Millionen Euro zurückgingen, legte das Geschäft mit den USA um 2,3 % auf 280,2 Millionen Euro zu. Frankreich behauptete mit 160,3 Millionen Euro (+0,5 %) den dritten Platz der wichtigsten Absatzmärkte.
„Der chinesische Markt ist anspruchsvoller geworden ist“, erläutert Dr. Laura Dorfer, Geschäftsführerin des Fachverbandes Armaturen. „Unsere Mitglieder berichten von sinkenden Exportzahlen im ersten Halbjahr und spürbaren Hürden beim Marktzugang – zum Teil bedingt durch eine Bevorzugung nationaler Anbieter. Gleichzeitig erleben wir, dass chinesische Wettbewerber in unseren traditionellen Auslandsmärkten immer aktiver werden. Das US-Geschäft blieb bislang trotz der Zollthematik robust. Der internationale Wettbewerb verschärft sich aber deutlich.“
Trotz eines herausfordernden Umfelds erwartet der Fachverband vor dem Hintergrund des guten Jahresstarts für das Gesamtjahr 2025 ein Umsatzplus von rund 4 %. „Die zweite Jahreshälfte bleibt anspruchsvoll, doch die Branche ist krisenfest aufgestellt“, so Dorfer.