Anbindung gelungen: In Wilhelmshaven wurde das zweite LNG-Terminalschiff erfolgreich an das deutsche Gasnetz angeschlossen. Damit wird die Energieversorgung in Deutschland noch zuverlässiger und anpassungsfähiger. Das Spezialschiff „Excelsior“ legte Ende April im Hafen an und hat den Testbetrieb erfolgreich abgeschlossen. Es ist nun vollständig in das Ferngasnetz integriert.
„Gas wird auf absehbare Zeit für unsere Energieversorgung von großer Bedeutung bleiben. Die Eröffnung des zweiten LNG-Terminals in Wilhelmshaven ist daher ein wichtiger Schritt, hin zu mehr Versorgungssicherheit, Diversifizierung der Energiequellen und Resilienz unseres Landes. Es ist ein großer Erfolg, dass das Terminal jetzt ans Netz gehen kann“, kommentierte Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie.
Mit der Inbetriebnahme ihres dritten schwimmenden LNG-Importterminals hat die bundeseigene Deutsche Energy Terminal GmbH (DET) einen weiteren wichtigen Meilenstein im Rahmen des LNG-Beschleunigungsgesetzes erreicht.
Im Rahmen einer kleinen Presseveranstaltung, an der Vertreterinnen und Vertreter aus Bundes- und Landespolitik sowie Projektpartner teilnahmen, hob Dr. Peter Röttgen, Geschäftsführer der DET, die ausgezeichnete Zusammenarbeit aller Beteiligten besonders hervor.
„Wir haben bei diesem herausfordernden Projekt stets gemeinsam auf unser Ziel hingearbeitet: die spürbare Stärkung der Energieversorgungssicherheit in Deutschland. Wir müssen die Risiken einseitiger Abhängigkeiten von Energieimporten für unsere Wirtschaft und die Verbraucher reduzieren. Ein unerlässliches Mittel dabei ist es, die Lieferwege für Erdgas zu diversifizieren. Denn unsere Haushalte und nicht zuletzt die energieintensive Industrie sind auf Erdgas angewiesen, bis die Erneuerbaren fossile Energieträger in Gänze ersetzen. Auf dem Weg zur Klimaneutralität leistet LNG neben Pipeline-Erdgas dabei einen erheblichen Beitrag für unsere Stabilität in Deutschland und Europa. Mein ausdrücklicher Dank im Namen der gesamten DET gilt daher allen beteiligten Unternehmen, den Genehmigungsbehörden sowie den Amts- und Mandatsträgern, die dieses Projekt ermöglicht haben.“
Excelsior: Umweltfreundliche Reinigung mit Ultraschall
Ab 2025 soll die „Excelsior“ bis zu 1,9 Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich in das deutsche Gasnetz einspeisen – genug, um rechnerisch rund 1,5 Millionen Vierpersonenhaushalte in Mehrfamilienhäusern mit Heizenergie zu versorgen.
In den beiden darauffolgenden Jahren steigt die Regasifizierungs- und Einspeisekapazität des Schiffes auf bis zu 4,6 Milliarden Kubikmeter pro Jahr, was dem Heizbedarf von rund 3,7 Millionen vergleichbaren Haushalten entspricht.
In Wilhelmshaven ergänzt die „Excelsior“ das bereits stationierte LNG-Terminalschiff „Höegh Esperanza“. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) äußert Kritik an der zunehmenden LNG-Überkapazität und fordert die Stilllegung der „Höegh Esperanza“, da dieses Schiff laut DUH umweltschädliche Chlor-Biozide einsetzt und das Wattenmeer belastet. Im Gegensatz dazu soll die „Excelsior“ erstmals in Europa eine umweltschonendere Ultraschall-Technologie zur Reinigung einsetzen.