Der weltweite Erdgasverbrauch legte 2024 um 78 Milliarden Kubikmeter auf insgesamt 4.122 Milliarden Kubikmeter zu – ein Plus von 1,9 Prozent. Für 2025 erwarten die Autoren des Global Gas Reports einen weiteren Anstieg um 71 Milliarden Kubikmeter beziehungsweise 1,7 Prozent.
Das Nachfragewachstum fällt regional sehr unterschiedlich aus: In Europa stieg der Verbrauch in der ersten Hälfte des Jahres 2025 um 6,1 Prozent, in Nordamerika um 1,5 Prozent. Besonders dynamisch entwickelte sich der Handel mit Flüssigerdgas (LNG), angetrieben durch eine um 23,6 Prozent gestiegene Importnachfrage in Europa.
Laut Bericht wird die weltweite Energienachfrage bis 2030 deutlich anziehen. China und Indien gelten dabei als Haupttreiber, da dort der Stromverbrauch besonders stark wächst. Zusammen mit zusätzlichem Bedarf in Nordamerika macht dies Asien zur zentralen Wachstumsregion.
Neben dem Wirtschaftswachstum belasten klimatische Extremereignisse wie Hitzewellen sowie der steigende Strombedarf durch Cloud-Computing und Künstliche Intelligenz die globalen Netze. Erdgas gilt hier als flexible und verlässliche Energiequelle, um Versorgungssicherheit und Netzstabilität zu gewährleisten.
Die Autoren warnen allerdings, dass die tatsächliche Energienachfrage die bisherigen Prognosen führender Institutionen übertreffen könnte. Um Engpässe zu vermeiden, seien deshalb kontinuierliche Investitionen in die Gasinfrastruktur erforderlich.
Erdgas zwischen Energiesicherheit und Dekarbonisierung
Parallel schreitet die Transformation der Gaswirtschaft voran. Effizienzsteigerungen, Elektrifizierung, die Reduzierung von Methanemissionen und Fackelgasverbrennung sowie Investitionen in erneuerbare Gase wie Biomethan und Technologien wie Carbon Capture and Storage (CCS) gewinnen an Bedeutung. Damit diese Maßnahmen Wirkung entfalten, brauche es stabile politische Rahmenbedingungen.
„Es ist klar, dass Erdgas weiterhin unverzichtbar für die Energiesicherheit bleibt“, betonte IGU-Generalsekretär Menelaos Ydreos. Erdgas liefere zuverlässig Energie mit geringeren Emissionen als Öl und Kohle und trage gleichzeitig zur Stabilisierung der Energiesysteme bei.
Auch Snam-Chef Agostino Scornajenchi hob die Rolle weiterer Investitionen hervor: „Erdgas spielt eine Schlüsselrolle für Bezahlbarkeit, Kontinuität und Resilienz der Energieversorgung. Die Entwicklung von Biomethan und CCS kann helfen, Dekarbonisierungsziele zu erreichen und Marktschwankungen abzufedern – zum Nutzen von Unternehmen und Haushalten.“