Das Hamburger Scale-up Eternal Power zeigt: Grüner Wasserstoff wird Industrie-Realität. Das Unternehmen hat in kurzer Zeit eine Pipeline von Großanlagen aufgebaut und sich Abnahme-Vorverträge in Höhe von über 7 Milliarden Euro gesichert. Dafür hat das Scale-up den Deutschen Nachhaltigkeitspreis erhalten.
Scale-up aus Hamburg gewinnt Auszeichnung
Die Fachjury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2026 zeichnete am 5. Dezember Eternal Power in der Kategorie Brennstoffindustrie aus. Das Hamburger Scale-up überzeugte durch den schnellen Aufbau einer Großprojekt-Pipeline mit Vorverträgen im Wert von über 7 Milliarden Euro. Die Jury würdigt damit den Beweis, dass junge Unternehmen in der globalen Wasserstoffwirtschaft Schlüsselpositionen erobern können.
Eternal Power verfolgt ein integriertes Konzept zur Versorgung energieintensiver Branchen: Stahl, Chemie, Schifffahrt und Wärmeversorgung erhalten grünen Wasserstoff und dessen Derivate. Kooperationen mit Hydropulse (ITM Power Group), aireg und der Initiative TransHyDE 2.0 sowie Standorte in Hamburg, Skandinavien, der Türkei und Portugal bilden das Fundament.
Dr. Moritz Schwencke, Mitgründer und Geschäftsführer: „Die Branche baut jetzt echte Industrieanlagen statt Präsentationen. Wasserstoff ist kein Hype, sondern industrielle Realität. Als Energienische mag grüner Wasserstoff noch gelten – aber das Blatt wendet sich schnell."
Über 500 Projekte im Bau
Während die öffentliche Aufmerksamkeit seit der Energiekrise 2022 abnahm, boomt die Branche. Mehr als 101 Milliarden Euro sind weltweit in über 500 kommerzielle Wasserstoffprojekte investiert – mit steigender Tendenz.
Die aktuelle globale Produktionskapazität für sauberen Wasserstoff beträgt 6 Millionen Tonnen, 1 Million Tonnen sind bereits in Betrieb. Schwencke rechnet bis 2030 mit 9 bis 14 Millionen Tonnen Kapazität.
McKinsey & Company belegt im „Global Hydrogen Compass 2025": Investitionen in sauberen Wasserstoff steigen seit 2020 durchschnittlich um über 50 Prozent pro Jahr.
Asien überholt Europa deutlich
Eternal Power mahnt zum Handeln: China führt mit rund 25 bis 30 Milliarden Euro zugesagten Investitionen bis 2030 und 19 Gigawatt geplanter Elektrolysekapazität. Dies übertrifft die Hälfte der weltweit bis 2030 zugesagten erneuerbaren Wasserstoffkapazität, so Schwencke unter Berufung auf die McKinsey-Studie.
Europa rangiert mit 17,5 Milliarden Euro Investitionsvolumen auf Platz drei. Deutschland nimmt eine zentrale Position ein, braucht aber mehr Leuchtturmprojekte. In Dummerstorf realisiert Eternal Power eine Pionieranlage mit bis zu 380 MW Elektrolysekapazität für jährlich über 40.000 Tonnen grünen Wasserstoff. Die Konzeption ermöglicht Integration in bestehende Hafen- und Industrieinfrastrukturen durch Partnerschaften mit Akteuren aus Energieversorgung, Industrie, Chemie und Logistik.
Mehr über Chinas aktuelle Position und Rolle im Wasserstoffhochlauf erfahren Sie in der 12. Folge von H2 on air.
Vertragliche Absicherung wächst
Weltweit sichern verbindliche Verträge 3,6 Millionen Tonnen jährliche Wasserstoffnachfrage ab – etwa 60 Prozent der bereits kommerziell gesicherten Produktionskapazität. Raffinerien und Ammoniakproduktion konzentrieren 70 Prozent dieser Nachfrage, vor allem in der EU.
Die Bundesregierung rechnet mit steigendem Wasserstoffbedarf: von rund 55 Terawattstunden (2023) auf etwa 95 bis 130 Terawattstunden bis 2030. EU-Instrumente wie RED III und das Emissionshandelssystem könnten bis 2030 allein eine Nachfrage von bis zu 5 Millionen Tonnen generieren.