Das Dichtungstechnikunternehmen IDT hat im vergangenen Jahr im Zuge von Revisionen und Turnarounds (TAR) mehr als 30 Industrieanlagen in Deutschland überprüft. Insgesamt wurden 10.000 Rohrleitungsverbindungen kontrolliert – mit dem Ergebnis, dass lediglich acht Prozent Beanstandungen aufwiesen. Damit war statistisch nur jede zwölfte geprüfte Verbindung mangelhaft.
„In großvolumigen Stillstandsprojekten werden Flanschmanagement, Qualifizierung und Prüfprozesse frühzeitig in die Projektplanung integriert. Diese strukturierte Vorbereitung wirkt sich messbar auf die Qualität beim Wiederanfahren aus“, so Michael Balcerek, Leiter Flanschmanagement bei IDT.
Ein differenzierter Blick auf die 2025 begleiteten und dokumentierten QS-Projekte zeigt deutliche Unterschiede je nach Projektgröße. Bei umfangreichen Vorhaben in der chemischen, petrochemischen und allgemeinen Prozessindustrie lag der Anteil auffälliger Flanschverbindungen bei lediglich 2,5 Prozent. In kleineren und mittelgroßen Projekten mit maximal 500 geprüften Verbindungen wurden hingegen Mängelquoten von bis zu 20 Prozent festgestellt.
„Die zum Teil hohen Abweichungsraten unterstreichen den Mehrwert eines systematischen Flanschenmanagements bei Anlagenrevisionen“, betont Balcerek. Ausschlaggebend sei dabei weniger die Branche als vielmehr der organisatorische Rahmen. Während bei Großprojekten strukturierte Prüf- und Managementkonzepte meist fest eingeplant sind, fehlen bei kleineren Stillständen häufig Zeit, Budget oder das notwendige Bewusstsein für die technischen und wirtschaftlichen Risiken unzureichend montierter Flanschverbindungen.
Leckagen häufig Folge fehlerhafter Montage
Unzureichend gewartete oder falsch montierte Flanschverbindungen können in Industrieanlagen zu Leckagen führen – mit potenziellen Gefahren für Mensch und Umwelt. Neben Sicherheitsrisiken drohen außerplanmäßige Stillstände bis hin zum vollständigen Ausfall von Anlagen, was erhebliche Kosten verursachen kann. Der Großteil dieser Leckagen ist auf Montagefehler zurückzuführen.
Erfahrungen aus Instandhaltungs- und Turnaround-Projekten sowie Auswertungen des American Petroleum Institute, der European Industrial Gases Association und der European Sealing Association bestätigen übereinstimmend: Zwischen 70 und 85 Prozent aller Leckagen an Flanschverbindungen entstehen durch Fehler bei der Montage.
„Die Ursachen reichen von ungleichmäßigem Anziehen und falschen Drehmomenten über exzentrische Montage, unzureichende Schmierung oder fehlerhafter Dichtungsauswahl bis hin zu fehlenden Schrauben“, erläutert Balcerek.
Insgesamt zeigt sich jedoch eine positive Entwicklung bei der Dichtigkeit von Rohrleitungsverbindungen in der Industrie. Gegenüber den von IDT erhobenen Daten aus dem Jahr 2023 konnte die Mängelquote deutlich gesenkt werden. Zwar wurde 2025 wieder ein leichter Anstieg verzeichnet, dennoch bewegt sich das Niveau insgesamt stabil und weiterhin klar unter dem Stand von 2023.
Einen Beitrag zu dieser Entwicklung leistet IDT mit dem „flange.Pilot“. Das integrierte Kompetenztest-Modul ermöglicht es Monteuren, an realitätsnahen Flanscheinheiten unter betriebsspezifischen Bedingungen sämtliche Arbeitsschritte zu trainieren, die für eine fachgerechte und fehlerfreie Montage erforderlich sind.