Der saarländische Stahlkonzern hat mit Verso Energy einen langfristigen Liefervertrag über 6.000 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr abgeschlossen. Die Vereinbarung läuft zehn Jahre ab 2029 und markiert einen entscheidenden Baustein im Dekarbonisierungsprogramm Power4Steel.
Einen bedeutsamen Fortschritt in der Transformation zur klimaneutralen Stahlherstellung vermeldet die SHS-Stahl-Holding-Saar. Das Unternehmen samt Beteiligungen Dillinger, Saarstahl und Rogesa verkündete am 5. September die Unterzeichnung eines Wasserstoff-Liefervertrags mit dem französischen Partner Verso Energy. Starttermin ist 2029, die Laufzeit beträgt zehn Jahre bei jährlich mindestens 6.000 Tonnen grünem Wasserstoff.
Erfolgreiche Ausschreibung bringt französischen Partner
Das Vergabeverfahren hatte Rogesa im März 2024 gestartet. Verso Energy setzte sich mit seinem Angebot für RFNBO-zertifizierten Wasserstoff durch, der allen EU-Standards für grüne Energie genügt.
SHS gilt als Vorreiter beim Wasserstoff-Einsatz: Bereits 2020 nutzte der Konzern als erstes deutsches Stahlunternehmen das Gas in industriellem Maßstab für die Produktion.
100-Millionen-Investition in Carling
Die Wasserstoff-Herstellung findet im Projekt CarlHYng (Carling Hydrogen Next Generation) statt. Verso Energy plant am französischen Standort Carling Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro für Elektrolyseure, die komplett mit Ökostrom betrieben werden.
Über das künftige mosaHYc-Rohrleitungsnetz (moselle-saar-hydrogen-conversion) gelangt der Wasserstoff zum Dillinger Stahlwerk. Das deutsch-französische System bauen Creos Deutschland Wasserstoff GmbH und NaTran Deutschland SA. NaTran gab im April 2024 grünes Licht für das Pipeline-Vorhaben: 70 Kilometer Umstellung bestehender Leitungen plus 20 Kilometer Neuverlegung.
Halbierung der Emissionen bis 2030
Durch Wasserstoff-Nutzung, höheren Schrottanteil und moderne Anlagentechnik (Direktreduktion, Elektrolichtbogenöfen) in Dillingen und Völklingen strebt SHS eine CO₂-Reduktion von 55 Prozent bis Anfang der 2030er an. Die komplette Dekarbonisierung soll bis 2045 gelingen.
"Wir setzen unseren Transformationsweg zur umweltfreundlichen Stahlproduktion entschlossen fort", erklärt Stefan Rauber, SHS-Geschäftsführer und Vorstand von Saarstahl sowie Dillinger. "Erneuerbarer Wasserstoff ist der Schlüssel zum Erfolg von Power4Steel."