Trocknung – Vorbereitung des Wirkstoffs für die Weiterverarbeitung
Nach der Isolierung des Wirkstoffs erfolgt die Trocknung, ein entscheidender Schritt zur Stabilisierung und Weiterverarbeitung des Produkts. Ziel ist es, Restfeuchte und Lösungsmittelrückstände auf ein Minimum zu reduzieren, um die Lagerfähigkeit und pharmazeutische Qualität des Wirkstoffs sicherzustellen.
Zum Einsatz kommen dabei Vakuum-Vertikaltrockner, Drucknutschentrockner bzw. Schaufeltrockner, die eine schonende und kontrollierte Trocknung ermöglichen. Die Prozessparameter – wie Temperatur, Druck und Trocknungsdauer – werden über das zentrale Prozessleitsystem (Siemens PCS7) präzise gesteuert und dokumentiert.
Für die sichere Versorgung der Trocknungsanlagen mit Reinstmedien wie Stickstoff oder Reinstwasser sowie für die Entsorgung von Kondensaten und Lösungsmittelresten sind Richter-Komponenten integraler Bestandteil. Membranventile und Absperrklappen mit totraumfreier Konstruktion sorgen für hygienische Bedingungen und ermöglichen eine kontaminationsfreie Medienführung. Ihre chemische Beständigkeit und CIP/ SIP-Fähigkeit machen sie besonders geeignet für diesen sensiblen Prozessabschnitt.
Abfüllung und Verpackung
Nach der Trocknung wird der Wirkstoff für die finale Abfüllung vorbereitet und anschließend in geeignete Container oder Gebinde abgefüllt. Dabei wird bereits in dieser Phase auf eine kontrollierte Umgebung und geschlossene Systeme geachtet, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden und die Produktqualität zu sichern.
Dieser Prozessschritt ist besonders sensibel, da hier die pharmazeutische Qualität und Sterilität des Produkts sichergestellt werden müssen. Auch in der Medienversorgung und Druckregelung rund um die Abfüllung spielen Richter-Komponenten eine zentrale Rolle. Kugelhähne, Regelventile und Sicherheitsventile sorgen für eine präzise Steuerung und Absicherung der Prozessbedingungen. Ihre chemische Beständigkeit macht sie zu einem verlässlichen Bestandteil der pharmazeutischen Infrastruktur.
Reinigung (CIP/SIP) – Validierte Sauberkeit mit totraumfreier Technik
Zwischen den Produktionskampagnen erfolgt eine umfassende Reinigung der Prozessanlagen, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden und die GMP-Konformität sicherzustellen. Am Standort Bergkamen wird hierfür ein automatisiertes CIP-/SIP-System (Cleaning bzw. Sterilization in Place) eingesetzt, das eine reproduzierbare und validierbare Reinigung ohne Demontage der Anlagenteile ermöglicht. Die Reinigung erfolgt in mehreren Phasen: Zunächst werden die Reaktoren, Rohrleitungen, Ventile und Pumpen mit heißem Wasser oder Reinigungsmitteln gespült. Anschließend erfolgt – je nach Produktanforderung – eine thermische oder chemische Sterilisation. Die Steuerung dieser Abläufe ist vollständig in das Prozessleitsystem integriert und wird über elektronische Chargendokumentation (eBR) lückenlos erfasst.
Richter-Membranventile und Absperrklappen sind speziell für diese Anforderungen ausgelegt. Ihre totraumfreie Konstruktion, PFA- oder PTFE-Auskleidung und FDA-konforme Werkstoffe ermöglichen eine rückstandsfreie Reinigung und erfüllen höchste hygienische Standards. Die Komponenten sind ATEX-zertifiziert und für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen geeignet.
Ein typischer Reinigungszyklus dauert – je nach Produkt und Prozess – mehrere Stunden. Bei einem vollständigen Produktwechsel wird die Anlage über einen Zeitraum von etwa zehn Tagen mit Lösungsmitteln gespült, bis die geforderte Reinheit erreicht ist. Diese intensive Umrüstphase unterstreicht die Bedeutung einer robusten, chemikalienbeständigen Anlagentechnik – ein Anspruch, dem Richter-Komponenten seit Jahrzehnten zuverlässig gerecht werden.
Hohe Prozesssicherheit und Flexibilität
Die zunehmende Nachfrage nach pharmazeutisch montierten Armaturen mit spezifischer Dokumentation und Sonderausführung zeigt deutlich, dass Flexibilität und technische Tiefe in der Branche weiterhin stark gefragt sind. Gerade in einem Umfeld, das durch regulatorische Anforderungen, wechselnde Produkte und hohe Qualitätsstandards geprägt ist, sind maßgeschneiderte Lösungen und verlässliche Partner entscheidend.
Die langjährige Zusammenarbeit zwischen Richter und Bayer in Bergkamen steht exemplarisch für eine Technologiepartnerschaft auf Augenhöhe. Sie basiert auf technischer Exzellenz, hoher Liefertreue und einem tiefen Verständnis für die spezifischen Anforderungen der pharmazeutischen Produktion. Persönliche Nähe, kontinuierlicher Austausch und die Bereitschaft, gemeinsam neue Wege zu gehen, haben diese Partnerschaft über Jahrzehnte hinweg geprägt – und bilden die Grundlage für ihren nachhaltigen Erfolg.