Warum Dichtungen für die TA Luft entscheidend sind
Bei Industriearmaturen entstehen diffuse Emissionen hauptsächlich an dynamischen Abdichtungen der Spindel sowie an Flanschverbindungen. Bereits geringste Leckagen können zum Austritt flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) oder anderer prozesskritischer Medien führen.
TA Luft-konforme Armaturen werden deshalb unter definierten Prüfbedingungen auf ihre Dichtheit getestet. Grundlage hierfür bilden heute unter anderem die Norm DIN EN ISO 15848 für Armaturen mit niedrigen Fugitive-Emission-Werten. Ziel ist es, über die gesamte Lebensdauer der Armatur eine dauerhaft geringe Leckagerate sicherzustellen.
Dabei reicht die Auswahl hochwertiger Armaturen allein nicht aus. Erst das Zusammenspiel aus Gehäusekonstruktion, Werkstoffauswahl, Oberflächenqualität und optimal abgestimmtem Dichtungssystem gewährleistet dauerhaft niedrige Emissionswerte.
Werkstoffe moderner Dichtungssysteme
Je nach Medium, Temperatur und Druck kommen unterschiedliche Dichtungswerkstoffe zum Einsatz. Besonders häufig werden expandierter Graphit, PTFE-Werkstoffe sowie Hochleistungsverbundwerkstoffe verwendet.
Graphitpackungen überzeugen durch ihre hohe Temperaturbeständigkeit von mehreren hundert Grad Celsius sowie ihre ausgezeichnete chemische Resistenz. Sie gelten insbesondere in Raffinerien, Kraftwerken und der chemischen Industrie als Standardlösung für anspruchsvolle Anwendungen.
PTFE-basierte Dichtungen bieten dagegen hervorragende Beständigkeit gegenüber aggressiven Chemikalien und eignen sich insbesondere für Anwendungen mit hohen Reinheitsanforderungen. Moderne Compound-Werkstoffe kombinieren die Vorteile verschiedener Materialien und ermöglichen nochmals geringere Leckageraten sowie längere Wartungsintervalle.
Eine zunehmende Bedeutung gewinnen darüber hinaus PFAS-reduzierte beziehungsweise PFAS-freie Dichtungslösungen. Hintergrund sind aktuelle regulatorische Entwicklungen innerhalb Europas sowie steigende Nachhaltigkeitsanforderungen der Prozessindustrie.
Konstruktion entscheidet über die Emissionswerte
Neben dem eigentlichen Dichtungswerkstoff spielt die konstruktive Auslegung der Armatur eine entscheidende Rolle. Mehrfach ausgeführte Stopfbuchssysteme, optimierte Federpakete oder nachstellbare Packungssysteme sorgen dafür, dass die notwendige Flächenpressung auch nach vielen Lastwechseln erhalten bleibt.
Insbesondere bei häufig betätigten Regel- und Absperrarmaturen muss die Dichtung Millionen von Bewegungszyklen ohne nennenswerten Verschleiß überstehen. Gleichzeitig dürfen Reibungskräfte nicht unnötig steigen, um Betätigungsmomente gering zu halten.
Für Betreiber bedeutet dies höhere Prozesssicherheit, längere Wartungsintervalle und niedrigere Total Cost of Ownership.
Hersteller setzen auf zertifizierte Dichtungstechnologien
Internationale Hersteller investieren kontinuierlich in die Weiterentwicklung emissionsarmer Dichtungssysteme und speziell auf TA Luft und ISO 15848 abgestimmte Packungssysteme. Auch veröffentlichen sie regelmäßig technische Leitfäden für OEMs und Anlagenbetreiber. Hersteller wie Klinger, IDT, Techno-Parts oder GFD zählen zu den etablierten Anbietern moderner Hochleistungsdichtungen und sind mit ihren Lösungen in zahlreichen TA Luft-konformen Armaturen vertreten. Die Unternehmen beziehungsweise ihre internationalen Organisationen gehören auch zu den Ausstellern der Valve World Expo 2026.
Digitalisierung unterstützt die Instandhaltung
Neben der eigentlichen Dichtung gewinnt auch die Überwachung von Armaturen an Bedeutung. Digitale Zustandsüberwachung ermöglicht es, Veränderungen von Betätigungskräften oder Leckageraten frühzeitig zu erkennen. Predictive-Maintenance-Konzepte helfen dabei, Wartungsmaßnahmen gezielt zu planen und ungeplante Anlagenstillstände zu vermeiden.
Gerade in emissionskritischen Anlagen lassen sich dadurch sowohl Umweltauflagen als auch wirtschaftliche Anforderungen besser miteinander verbinden.
Valve World Expo 2026 als Branchentreffpunkt
Einen umfassenden Überblick über aktuelle Entwicklungen bietet die VALVE WORLD EXPO 2026. Die internationale Fachmesse gilt als weltweit führende Plattform für Industriearmaturen, Dichtungstechnik, Antriebe und Flow-Control-Lösungen. Vom 1. bis 3. Dezember 2026 treffen sich in Düsseldorf Hersteller, Anlagenbetreiber, Planer und Ingenieure, um neue Produkte, Werkstoffe und Prüfverfahren zu diskutieren. Begleitend zur Ausstellung liefert die Valve World Conference aktuelle Erkenntnisse zu Normen, Werkstoffen, Wasserstoffanwendungen sowie Low-Emission-Technologien.