Darüber hinaus fördert die Regierung den Aufbau von „Green Hydrogen Hubs“. Und auch der Export ist im Blick: Im Rahmen der Mission sollen Exportmöglichkeiten durch entsprechende Infrastruktur und strategische Zusammenarbeiten geschaffen werden. So wurde unter anderem im Januar 2026 die deutsch-indische Wasserstoffpartnerschaft ausgebaut, als der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der indische Premierminister Narendra Modi in Ahmedabad gemeinsame Wasserstoff-Projekte vereinbarten.
Ergänzend unterstützt die Regierung mit der „NGHM“ Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten mit einer Summe von 37,5 Millionen Euro. Zusätzliche 34 Millionen Euro sind für übergreifende Infrastruktur- und Unterstützungsinitiativen eingeplant. Für Pilotprojekte – etwa in den Bereichen Schifffahrt und Transport – stehen in etwa 137 Millionen Euro bereit.
Schlüsselprojekte
Ein Blick auf die Projektdatenbank des indischen Ministeriums für Neue und Erneuerbare Energien (MNRE) von Anfang Mai 2026 zeigt: Insgesamt 307 Projekte zur Produktion von grünem Wasserstoff sind derzeit geplant oder in Umsetzung. Hinzu kommen 22 Projekte im Bereich der Herstellung von Elektrolyseuren und Brennstoffzellen sowie weitere 30 Vorhaben, die anderen Segmenten der Wasserstoffwirtschaft zugeordnet werden. Hier ein Ausschnitt aktueller indischer Pilotprojekte:
Stahlproduktion: In Indien wurden fünf Pilotprojekte genehmigt, die auf die Verwendung von grünem Wasserstoff in der Stahlproduktion abzielen. Eines dieser Projekte wird von dem Energieunternehmen JSW Energy Ltd. umgesetzt, das im November 2025 seine erste Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff in Betrieb genommen hat. Die Anlage befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Stahlwerk des Unternehmens JSW Steel Ltd. im Bundesstaat Karnataka und soll die dortige Direktrecyclinganlage mit grünem H2 für die Herstellung von kohlenstoffarmem Stahl versorgen. Im Rahmen eines auf sieben Jahre angelegten Abnahmevertrags mit JSW Steel soll die Anlage pro Jahr rund 3.800 Tonnen grünen Wasserstoff bereitstellen.
Hafen und Schifffahrt: Die Hafenbehörde V.O. Chidambaranar Port Authority hat ein Projekt zur Entwicklung von Bunkering- und Betankungsinfrastrukturen für grünes Methanol im Hafen im Bundesstaat Tamil Nadu vergeben. Die Anlage zielt auf einen kohlenstoffarmen Schiffsbetrieb ab. Sie umfasst unter anderem eine Rohrleitungslänge von rund 2,8 Kilometern sowie eine Durchflussmenge von etwa 60.000 Litern pro Stunde. Laut Behördenangaben sollte die Anlage im März 2026 in Betrieb genommen werden.
Mobilität: Im Mobilitätssektor sollen im Rahmen von fünf Pilotprojekten insgesamt 37 wasserstoffbetriebene Busse und Lkw eingesetzt werden, darunter 15 Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb sowie 22 Fahrzeuge mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor. Die Fahrzeuge verkehren auf ausgewählten Strecken in verschiedenen Regionen Indiens und werden durch den Aufbau von neun Wasserstofftankstellen ergänzt, die die Infrastruktur für den Betrieb der Flotten bereitstellen. Zu den zehn vorgesehenen Strecken zählen unter anderem Verbindungen zwischen Jamnagar und Ahmedabad sowie zwischen Pune und Mumbai.